Dorfgeschichte








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Wenn man von Weilmünster in Richtung Laubuseschbach dem Bleidenbachtal folgt, so zweigen linker Hand zwei Seitentäler ab, das Burbachtal und die Streuch.
Beide laufen halbkreisförmig aufeinander zu und enden in einem Sattel. 

Auf diesem findet man in ca. 320 m Höhe die Gemeinde Rohnstadt.

Im Osten wird Rohnstadt von dem „Burgwald“ (345 m), im Norden durch den Staatsforst „Hofwald“ (364 m) und im Süden durch den „Hühnerküppel“ (369,5 m), höchste Erhebung der Rohnstädter Gemarkung, begrenzt. Vom Hühnerküppel hat man einen herrlichen Ausblick in den Hintertaunus bis zum Feldberg und auch auf den Westerwald. 

Die Gemarkung Rohnstadt umfasst 456 ha, davon sind 143 ha Gemeindewald und 99 ha Staatswald. In früheren Zeiten war Rohnstadt einmal ein „Bergbauerndorf“, doch heute gibt es nur noch einen Vollerwerbslandwirt. Auch die so genannten „Feierabendbauern“ haben inzwischen  ihre Landwirtschaft aufgeben müssen.

Die berufstätigen Rohnstädter sind praktisch alle außerhalb tätig (Pendler), denn im Ort selbst gibt es keine Arbeitsplätze

Einen wichtigen Platz im kulturellen Dorf leben der ca. 300 Rohnstädter nehmen die Vereine ein.

1)      Gemischter Chor „Liederkranz“

2)      Freiwilligen Feuerwehr

3)      ev. Frauenkreis

4)      CDU Ortsverband

5)      Geschichts- und Heimatverein

6)      Sportelf Rohnstadt

 

Nach dieser kurzen Vorstellung unseres Ortes folgen Sie uns auf einen kleinen Streifzug durch die Geschichte!

Das älteste bisher bekannte Zeugnis menschlicher Besiedelung der Rohnstädter Gemarkung ist der Ringwall im Burgwald, die „Riesenburg“.

Ein Ringwall mit Annexwall (Durchmesser ca. 165 x 110 m); die Länge des ehemaligen Walles beträgt rund 992 m. In der Nähe des Riesenkopfes wurde im vorigen Jahrhundert beim Erzabbau eine Eisenpfeilspitze mit sehr langen Widerhaken gefunden, die jedoch im Museum in Wiesbaden verschollen ist.

In der Rohnstädter Heimatstube zu besichtigen sind dagegen die 1986 im Inneren des Ringwalls gefundenen Tonscherben. Sie wurden von der Universität Gießen untersucht und auf die späte Hallstattzeit (Hallstadt D / ca. 600 – 450 v.Chr.) datiert.

1997/98 wurde der Ringwall vom Hess. Landesamt für Denkmalpflege, Wiesbaden vermessen. Dabei wurde festgestellt, dass es sich wahrscheinlich um 3 verschiedene, aufeinander folgende Wallsystheme handelt, deren Zeitstellung von der keltischen
(ca. 400 v. Chr.) bis in die fränkische Zeit  (ca. 800 n. Chr.) reicht. Auch Funde aus dem Innenbereich des Walls, wie die schon erwähnte Tonscherbe, eine keltische Münze, sowie ein karolingischer Sporn deuten darauf hin.

Weitere Angaben über den Ringwall (Erhebung, Nutzungsdauer, Aufgabe etc.) können aufgrund fehlender Grabungen bis jetzt nicht gemacht werden, auch steht eine Auswertung und Veröffentlichung der Vermessen leider noch aus.

 

   

Die urkundlich genau nachweisbare Geschichte Rohnstadt beginnt mit dem 4. November 1335, als Richwin von Elkerhausen seinem Neffen Hiltwin von Elkerhausen und Frau Christine seinen Hof zu Ramshart verkaufte. Ramshart – das ist der ehemalige Name von Rohnstadt. F.A. Schmidt weist dies in seinem Aufsatz „Rohnstadt – Ramshart“ (Nassauische Annalen, Band 57, Wiesbaden 1937) nach. 

Die nächste Erwähnung vom 24.August 1342. Die Brüder Heinrich und Konrad von Elkerhausen teilen mit ihrem Neffen Hiltwin von Elkerhausen alle Leute, die sie zusammen von ihrem Neffen Richwin von Elkerhausen gekauft haben. In der Aufzeichnung der Leute kommen u.a. vor:  Ludwig von Ramshart, sein Weib und Kind sowie Hiltwin von Ramshart. 

Am 4. Oktober 1408 belehnt Bischoff Matthäus von Worms den Kraft Krug von Cleen
mit dem von den Brüdern Hundt, Dyde und Suwer von Weilburg zurückgefallenen Zehnten, u.a. auch mit dem von Ramshart. 

Die Grenzen der Aumenauer Cent zu Niclas – Dernbach werden in einer notariellen Urkunde vom 4. September 1503 beschrieben. Es heißt dort, so sagen die Leute von Laubuseschbach:
„Vorter an der hochstraiß ane die Heides Melspach innen biess uff den Hillenplatz und die bach ußem biess vor die Ranschartar wingarten und an vorter von dem hohen reyn zcu, von dem hohen reyn mitten durch den Ranscharter born hin, uss dem born zu der Rainschartar steynecken zcu.....“ 

Aus dem Jahre 1518 gibt es noch ein Dokument vom 6. August, in dem Hans von Hohenweisel, mit Einwilligung seinen Vaters Arnold, seinen Hof zu „Ranschet“ bei
Weilmünster, seiner Frau Anna von Reifenberg zur Morgengabe gibt, welcher jährlich 7 Malter Frucht, 2 Frohndienste, ½ fl. Bede (etwa seit dem 12. Jh. in allen deutschen Territorien eingeführte, auf Grund und Boden lastende, steuerartige Abgabe zugunsten des Landesherren), 3 ½ fl. Ablösungsrente und etliche Hühner ertragen
Eine Urkunde vom 29. August 1530 berichtet von einem Grenzbegang zwischen den Höfen des Friedrich Brendel vom Homburg und des Arnold von Hohenweisel zu Ranstatt bei Weilmünster, bei dem Adam und Henß Erbe von Ranstatt beteiligt waren. 

Der 30jährige Krieg brachte auch in unserer Gegend große Not mit sich.
So hatte Ranschard (Rohnstadt) 1630 infolge des Krieges nur folgende Einwohner zu verzeichnen. 11 Familien (einen Schultheißen, 8 Untertanen, 2 Witwen und einen Schäfer). Nach seiner Beendigung hatte dieser Krieg das Land in großer Verwüstung und Verwilderung zurückgelassen. Es sollten noch viele Jahrzehnte vergehen, bis die Folgen dieses Krieges überwunden waren. So wurde noch im Juli 1661 in Rohnstadt die 7jährige Anna Christina Erbe im Hof ihres Elternhauses von einem Wolf getötet. 

Die zu Rohnstadt gehörende Mühle, die „Spitzenmühle“, wird 1681 erstmals erwähnt (im Taufbuch der Kirchengemeinde Weilmünster). 

1745 belässt Graf Karl zu Wied-Runkel die Gemeinde Rohnstadt bei dem bisherigen Erbbestand seines Hofes, dessen zugehörige Waldungen ihm zu 2/3 und dem Fürsten
von Nassau-Weilburg zu 1/3 zustehen. 1747 verkauft er seinen Wald an Fürst Karl-August von Nassau-Weilburg für 4.000 fl.

 

Einen interessanten Einblick in die Wirren der so genannten „Befreiungskriege“ (1813 – 1815) erlaubt uns das Rohnstädter Gemeindeeinnahmen- und Ausgabenbuch für die Jahre 1810 – 1816.
Darin lesen wir u.a., dass 1814 durchziehende Kosaken dem Johann Christian Lommel einen Ochsen aus dem Stall stahlen. Die Gemeinde musste sich bei Privatleuten Geld leihen, um diese Schaden und andere Kosten der durchziehenden „Verbündeten“ zu bezahlen.
Erst 1817 konnte sie diese Schulden tilgen. 

1821 wurde eine Kapelle auf dem Rohnstädter Friedhof errichtet. Sie kostet 158 fl. und 20 Kr. das Geld kam (bis auf einen geringen Rest) vom Walpurgisstift in Weilburg 
1841 wurde von der Firma Heller in Weilburg eine Feuerspritze für 833 fl. gekauft  und
1842 für 284 fl. und 56Kr. ein Spritzenhaus gebaut.
1878 wurde der damalige Männer-Gesangverein „Liederkranz“ gegründet.
Am 15. Mai 1892 wurde die Eisenbahnstrecke Weilmünster – Laubuseschbach eröffnet.
Diese Strecke war damals für die Güterbeförderung, insbesondere des abgebauten
Eisenerzes (dazu später mehr), von großer Bedeutung.

Doch schon bald ging das Transportaufkommen zurück und 1968 wurde die Strecke stillgelegt und abgebaut.
1921 wurde in Rohnstadt das elektrische Lichtnetz fertig gestellt, für das die Gemeinde einen Betrag von 109.083.-- Reichsmark aufbringen musste. 
Ebenfalls um diese Zeit (1921/22) wurde die zentrale Wasserversorgung, durch den Bau von Sammelschacht, Pumpstation, Hochbehälter und den dazugehörigen Leitungen, sichergestellt. Die 1914 begonnen Arbeiten hatten sich durch den Krieg solange hinausgezögert .
1927 wurde ein neues Rat- und Backhaus, das „Backes“ gebaut. Es diente bis zur Eingemeindung 1970 als Rathaus, Wahllokal, Versammlungsort und Backhaus.

    
Das Wahrzeichen von Rohnstadt - Rat- und Backhaus.                                     Feuerwehrgerätehaus                                                                                  Seit 1986 beherbergt es die Rohnstädter „Heimatstube“.
 

Am 15.03.1934 wurde die Freiwillige Feuerwehr Rohnstadt gegründet. Sie zählte damals 33 Mitglieder.
1952 wurde der alte Brandweiher zu einer modernen Zisterne umgebaut, darüber ein Spritzenhaus errichtet und eine neue Motorspritze angeschafft. 
Am 25. und 26. Oktober 1953 konnten die Rohnstädter die Einweihung, seiner in größtmöglicher  Eigenleistung, erbauten „Lutherkirche“ feiern. Von jetzt an brauchten die ev. Rohnstädter nicht mehr nach Weilmünster in die Kirche zu gehen.

  

1964 wurde die Wasserversorgung durch den Bau eines neuen Sammelschachtes
und Hochbehälters für die Zukunft gesichert.
1970 war die Selbstständigkeit von Rohnstadt dann zu Ende.
Mit der Gebietsreform 1970/71 wurde Rohnstadt ein Ortsteil von Weilmünster.
Am 08.12.1972 wurde das Dorfgemeinschaftshaus Rohnstadt  offiziell seiner Bestimmung übergeben. Noch in der Zeit der Selbständigkeit geplant, vorbereitet, begonnen und mit viel Eigenleistung der Rohnstädter Bürger fertig gestellt wurde es schnell zum kulturellen Mittelpunkt des Ortes.

   

Im Jahre 1978 konnte der Gemischte Chor „Liederkranz“ Rohnstadt sein 100jähriges Bestehen feiern. Zu diesem Anlass wurde auch die hohe Auszeichnung für den Chorgesang, die „Zelterplakette“ dem Verein verliehen. 
Ihren 50. Geburtstag feierte die Freiwillige Feuerwehr Rohnstadt vom 01.-03. Juni 1984 mir einem großen Fest auf dem Sportplatz. 
Mehr oder weniger nur als „internes Ortsfest“ geplant, wurde die 650-Jahr-Feier am 13. und 14. Juli 1985, durch den regen Zuspruch auswärtiger Besucher, ein sehr großer Erfolg.
Um den finanziellen Erfolg der 650-Jahr-Feier sinnvoll für die Bevölkerung Rohnstadts einzusetzen, wurde am 04.10.1985 der Geschichts- und Heimatverein Rohnstadt gegründet.
Dieser neueste Rohnstädter Verein konnte am 29.11.1986 die Heimatstube im ehemaligen Rathaus eröffnen, in der u.a. Bilder und Dokumente speziell zur Rohnstädter Geschichte und Gegenstände des täglichen Gebrauchs, wie sie für unsere Gegend typisch waren, ausgestellt werden.
Im Oktober 1988 bekam die ev. Lutherkirche ein Geläute. Auf Initiative des ev. Frauenkreises Rohnstadt hin, konnte nach einer Spendenaktion, zwei Glocken angeschafft werden. 

Sprachliche Entwicklung des Ortsnamens.

Rohnstadt entwickelte sich folgendermaßen:

Ramshart    (1335); Ramshart    (1408); Ransert       (1495);Ranstadt     (1539)

Ronstatt      (1662); Rohnstatt    (1740); Rohnstadt   (1824) 

Bergbau um Rohnstadt 

Ein weiteres wichtiges Kapitel der Rohnstädter Geschichte stellt der Bergbau dar.
Die Einwohner Rohnstadts waren seit jeher kleine Bauern, die für jedes  „Zubrot“
dankbar waren. So suchten viele noch auf „der Grube“ Arbeit.
Der urkundlich festgehaltene Beginn der Bergbautätigkeit in Rohnstadt ist der 30. April 1495.
Damals verlieh Graf Ludwig I. von Nassau-Weilburg, etlichen Leuten als Finder and Anfänger, das im Amt Weilmünster, auf dem „Neuen Berg bei Ransert“ gelegene Bergwerk! „Das Smytgin“
Am 25.11.1534 wird das Dachschieferbergwerk auf der großen Mehlbach erstmalig erwähnt. Graf Philipp III. von Nassau-Weilburg verlieh dem Caspar Spitzfaden und drei benannten Mitgewerken die Dachschiefergrube „zu der großen Milupach“, gegen die Bedingung, dass alle Erze, die in der Schiefergrube gefunden würden, dem Grafen vorbehalten seien. 
Graf Albrecht von Nassau-Weilburg verleiht am 22. März 1563 dem Schieferdeckermeister Gebhard von Oberursel den, zwischen Ramshart und Weilmünster, in der Nähe des Waldes Burg, gelegenen Dachschieferbruch.

 

   

Der Name der Erzgrube Mehlbach erscheint zuerst am 10.01.1625, als der Bergmann
Christian Lemp aus Weilmünster an der Spitze einer Gewerkschaft steht, die das
„neuwe Nergwerck uf der Milbach“ wieder aufnehmen will und um ein diesbezügliches Freischürfen bittet. Aus dem Antrag ist zu entnehmen, dass das Bergwerk vor „Ettlichen Jahren erbaut gewesen“, aber durch ungetreue Bergherren und Arbeiter
wegen des (Dreißigjährigen) Krieges aufgegeben worden sei.
Mit großer Wahrscheinlichkeit hat die Grube „Smytgin“ von 1495 auf demselben Gang gebaut wie die nun „Mehlbach“ genannte Grube. Doch durch den weiter andauernden 30jährigen Krieg kam der Bergbau bald wieder zum Stillstand.
Erst um 1740 wurden neue Versuche unternommen, ihn wieder in Gang zu bringen. Doch größere Erfolge stellten sich erst ein, als der Obersalzgraf und Kammerrat zu Hessen-Kassel, Freiherr Siegfried Waitz von Eschen aus Kassel, die Grube übernahm. Denn kaum hatte dieser die Erlaubnis erhalten „und das Werk mit Ernst begonnen, so fand sich die schönsten Silbererze, deren Wert auf über 150.000 Reichtaler geschätzt wurde“. Der Erfolg war so groß, dass man ihn durch das Prägen von drei so genannten Ausbeutemünzen bekundete, 1750 einen Gulden sowie 1752 einen halben und einen ganzen Taler. (Außerdem wollte der regierende Weilburger Fürst Karl-August mit diesen hochwertigen Münzen seinen bzw. den schlechten Ruf seines Geldes aufbessern.) 

Bei der Münze von 1750 handelt es sich um einen Feinsilbergulden im Wert von 2/3 Talern. Sie trägt auf der einen Seite das Wappen der Prägherren mit der Inschrift

CAROLUS AUGUSTUS D(ei) G(ratia) R (omani) I(mperi) P(rinceps)

Nass(au) Weilb(urg) 

                                            

Auf der anderen Seite sieht man auf  einem Berg einen Haspel, darunter ein Stollenmundloch, aus welchem ein Bergmann mit einem Laufkarren ausfährt, und rechts davon (Zeche-?) Häuser. Über dieser Landschaft ist das wachende Gottesauge dargestellt, über dem die Inschrift.
ASPERA OBLECTANT  (das Schwierige erheitert bzw. das Harte ergötzt) zu lesen ist. 

Die Münzen von 1752 zeigen auf der Vorderseite das nach rechtsblickende Brustbild des Fürsten Karl-August in Harnisch und Hermelinmantel mit der Umschrift:

CAR (olus) Aug (ustus) D (ei) G (ratia) PR (inceps) Nass (au) Weilb  (urg)
und auf der Rückseite ist wieder das Nassauer Wappen mit der Umschrift:
EX VISCERIBUS FODINAE MEHLBACH  (aus dem Inneren der Grube Mehlbach)
eingeprägt. Alle drei Münzen sind heute von größter Seltenheit. 

    

1761 verfügte die Erzgrube Mehlbach über zehn Schächte sowie zahlreiche Gesenke und Stollen. Doch in den folgenden Jahren gingen die Erfolge immer mehr zurück. Bis zum Jahre 1880 wurde die Grube an viele neue Gewerke verliehen.
1885 wurde sie dann vom Nassauischen Schieferaktienverein in Frankfurt/Main erworben, der sie 1899 an die Gewerkschaft „Wolfgang“ in Berlin verkaufte. Doch diese ging 1901 in Konkurs, und die Grube in den Besitz eines Generalleutnants a.D. von Petersdorf in Schwerin über. Im November 1902 wurden jedoch sämtliche Arbeiten auf der Erzgrube Mehlbach eingestellt.
1908 verkaufte von Petersdorf u.a. die Mehlbach an den Rittergutsbesitzer Willy von Dulong, doch auch dessen Bemühungen, den Betrieb wieder zu eröffnen, schlug fehl.
Mit der Mitteilung des Obersteigers Müller, dass der Schacht im Grubenfeld Mehlbach zugeworfen sei, schließen am 11.02.1921 endgültig die Akten der Erzgrube Mehlbach. 
Auch im Burgwald bei Rohnstadt gab es im Grubenfeld Riesenburg früher Bergwerke.
Es waren z.T. schon sehr alte Roteisensteingruben (ob auch schon die Erbauer des bereits erwähnten Ringwalles hier abbauten, ist bisher nicht nachweisbar).
Um 1880 gehörte die Grube Riesenburg der Firma Buderus AG in Wetzlar. Damals wurde das gewonnene Erz noch auf die Audenschiede zur Verhüttung gebracht.
Von 1882 bis 1892 wurde das Erz durch eine, eigens dafür gebaute Drahtselbahn, zu Guntersau transportiert. (Streckenlänge 11.949 m).
Doch wurde diese, zugunsten der Eisenbahnstrecke Weilmünster – Rohnstadt – Laubuseschbach, stillgelegt und abgebaut.
Die Eisenerzförderung auf der Riesenburg betrug 1914 13.186 to; 1924 1.671 to und 1925 7.085 to.  Doch der Abbau lohnte sich, wegen der aufkommenden Konkurrenz in und ausländischer Erze, nicht mehr und so wurde die Grube geschlossen und geriet in Verfall.

Die Rohnstädter Schule

Bevor es in Rohnstadt eine eigene Schule gab, gingen die Kinder in die Kirchspielmittelpunktschule nach Weilmünster. Doch schon relativ früh machte Rohnstadt sich diesbezüglich unabhängig (ca. um 1720).
Der erste namentlich bekannte Rohnstädter Lehrer ist Friedrich Christoph Simoni (gebürtig aus Weilburg) 1727. Die Gemeinde Rohnstadt musste noch bis ins Jahr 1817 zur Unterhaltung des Weilmünsterer Schulgebäude und zur dortigen Lehrerbesoldung ihren Beitrag leisten.
1751 wurde auf Anforderung des Oberkammerrats Waitz von Eschen auf der Erzgrube Mehlbach eine Schule für die Kinder der dort tätigen Bergleute eingerichtet, und der Rohnstädter Lehrer musste diese „Zweigschule“ mit betreuen. Dabei war ihm der Inhalt des Unterrichts vom Oberkammerrat vorgegeben, u.a. sollte der Lehrer jeden Morgen Betstunde halten, den Katechismus „tractieren“, aus der Bibel lesen, buchstabieren und schreiben lehren.
1818 wurden die Schulbezirke neu gegliedert, und Rohnstadt bildete mit der Mehlbach und der Spitzenmühle einen Bezirk mit einen Schule in Rohnstadt.
1819 wurde daraufhin ein Ortsschulvorstand gewählt, dem der Pfarrer als Schulinspektor, ein Kaplan, der Schultheiß und zwei Beisitzer angehörten.
1836 trat eine große Verbesserung des hiesigen Schulwesens ein. Nachdem bisher der Unterricht in wechselnden Räumlichkeiten abgehalten worden war, konnte am 30.10.1836 das Neuerbaute Schulhaus eingeweiht werden. Das Gebäude, das bis zur Eingemeindung 1970 als Schule diente, hatte oben den „geräumigen, lichthellen“ Schulsaal und unten eine „bequeme“ Lehrerwohnung. Gekostet hatte es die Summe von  2.968 fl.
Im Sommer 1853 wurde auf dem Schulgelände ein Schulökonomiegebäude errichtet und damit „einem, seit mehreren Jahren, gefühlten ökonomischen Schulbedürfnisse“ abgeholfen, wie der damalige Lehrer in der Schulchronik vermerkt.
Mitten im November 1881 brach die „Diphteritiskrankheit“ aus, und zwar so stark, dass die Schule vom 17.12.1881 bis 03.01.1882 geschlossen werden musste. Zwei Schüler verstarben in dieser Zeit.

Im Herbst 1900 wurde ein Schulbrunnen gegraben und mit einer Pumpe versehen. Die Tiefe des Brunnens beträgt 10,50 m. 

    

Im Sommer 1908 wurde auf der Rausche für die Schule ein Spielplatz (heute würde man Sportplatz sagen) angelegt.

Der erste Weltkrieg brachte auch das Schulleben durcheinander. Die Ferien wurden auf Befehl des 18. Armeekorps verlängert, damit die Kinder beim Einbringen der Ernte helfen konnten. Dies scheint sich bis 1918 fortgesetzt zu haben. Je länger der Krieg dauerte, desto intensiver wurden die Kinder zu allen möglichen Sammelaktionen herangezogen.
Im Dezember 1918 blieb die Schule geschlossen, da der Schulsaal durch heimkehrende Truppen belegt war. Erst im Februar 1919 begann der Unterricht wieder.
Unter dem August 1919 lesen wir in der Schulchronik, dass die seitherige kirchliche Schulispektion aufgehoben wurde.
Ebenfalls 1919 im Oktober wurden die Lehrerwohnung und der Schulsaal renoviert und von der Straße zu Schulhaus eine neue Treppe gelegt.
1928 mußte das Schulhaus wiederum renoviert werden, was die Gemeinde die stolze Summe von 7500 Reichsmark kostete.
In der Schulchronik werden auch viele Ausflugsfahrten beschrieben. Die Sommerfahrt 1931 sei als Beispiel genannt.
Am 24.08.1931 zogen die Teilnehmer morgens um 4:30 Uhr  per pedes zu Dorf hinaus, um bis Bad Homburg zu wandern. Nach Erreichen dieser Stadt und einem „kräftigen Kaffee“ sahen sie sich noch drei Stunden die Stadt an und fuhren um 17:00 Uhr mit der Bahn über Frankfurt nach Heidelberg. Dort wurde übernachtet und am zweiten Tag die Stadt besichtigt. Das Essen wurde selbst zubereitet. Am Vormittag des 3. Tages wurde der Schlossgarten in Schwetzingen besichtigt, und am Nachmittag trat man per Bahn die Heimreise an. 
Auch die Zeit des Nationalsozialismus schlägt sich deutlich in den Eintragungen der Lehrer in der Schulchronik nieder. Die Art der politischen Überzeugung prägt auch die diversen Eintragungen – vom gläubigen Wiederkäuen der Propaganda bis zum Weglassen von allem, was nach Politik aussieht.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde auch der Rohnstädter Lehrer eingezogen. Von seiner Vertreterin erfahren wir in der Schulchronik, dass die Amerikaner am 30.03.1945 Rohnstadt besetzte und die Schule vorerst schlossen. Erst zum 01.10.1945 konnten der Schulbetrieb wieder aufgenommen werden.
Im Mai 1950 trat der letzte Rohnstädter Dorfschullehrer „Siegfried Frohnert“ seinen Dienst an. Er versah ihn bis zur Auflösung der Rohnstädter „Zwergschule“ am 16.07.1970, um dann in Weilmünster weiter zu unterrichten. 

Es ist die Vergangenheit Rohnstadts, die hier geschildert wird, ein Geschehen, das am Rande der Weltgeschichte verlief.
Für die Bewohner jedoch war es ihre Geschichte. Es war und ist ihr Leben. Es zeigt, wie sich ein kleines Dorf durch die Jahrhunderte behauptet hat und, da seine Bewohner aufgeschlossen und fortschrittlich gesinnt sind, wohl auch in Zukunft behaupten wird.

  

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